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mein neues weblog.
die alte adresse tut nichts zur sache, das hier ist als eine art zweitwohnung gebracht, die ich nutzen werde, wann immer es mir gefällt. hier stranden die gedanken, die weder in mein offizielles, noch in mein privates weblog passen.

2.1.07 22:12, kommentieren

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bücher...
schreibe etwas zum thema bücher.
wie soll ich das tun, ohne zu persönlich zu werden? bücher bedeuten mir sehr viel, ein buch lesen, ist fernsehen im kopf, mit offenem ausgang, den ich alleine entscheiden kann. wann immer ich ein buch lese, dessen ausgang mir nicht gefällt, kann ich mein kopfkino anwerfen und ein anderes ende erfinden. oder auch die ganze handlung verändern, überlegen, was wäre wenn.. vielleicht würde alle anders kommen und das große abenteuer wäre nie eingetreten?
was wäre, wenn pippi langstrumpf nicht über bord gespült worden wäre?
was wäre, wenn harry potter nicht der liebling von albus dumbledore wäre?
was wäre, wenn katias schwester nicht stripteasetänzerin, sondern bürokauffrau wäre?
wann immer ich so mein kopfkino und mein kopfscriptbook anschmeiße, denke ich an den film 'butterfly effect'. ein flügelschlag eines schmetterlings kann einen tsunmai auf der anderen seite der erde auslösen. nur ein zitat aus einem meiner unzähligen lieblingsbücher bringt meinen kopf dazu, ganze seiten von drehbüchern zu verfassen, so, wie es mir passt und so, wie es mir gefällt.
um zurückzukommen zum thema bücher: die elementaus denen ein gutes buch besteht sind eine idee, deren ausführung und ein gutes korrekturleseprogramm oder ein lektor. es regt mich wahnsinnig auf, in gedruckten büchern rechtschreibfehler, wortwiederholungen, grammatikfehler oder widersprüchlichkeiten zu finden.
wenn jemand sein eigenes buch schreibt, erschafft er sich damit eine eigene welt, eine welt, in der er der allmächtige schöpfer ist, der über wohl und wehe seiner kreaturen als einziger entscheiden kann. und er lässt an seiner schöperrolle seine leser teilhaben, nein, nicht an der schöpferrolle, sondern an der des allwissenden, des weitersehenden. und damit gibt ein autor seinen lesern viel mehr als eine bloße aneinanderreihung von buchstaben, wörtern, seitenzahlen, sondern auch eina rückzugsmöglichkeit in eine vertrautere welt als diese hier. in eine welt, in der er jeden winkel kennt und in der einem keine gefahr etwas antun kann, da man im schlimmsten falle einfach das buch zuschlagen kann, ohne angst haben zu müssen, etwas zu verpassen, wie es im fernsehen der fall ist.
leute, lest mehr bücher!

4.1.07 22:27, kommentieren

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<Ich kann nicht lieben> dachte ich plötzlich. Erstaunt über die Heftigkeit dieser Eingebung, schaute ich erneut in den Spiegel. Was ich sah, gefiel mir ausnehmend gut, in dem vom Boden bis zur Decke reichenden Spiegel sah ich eine gut aussehende, junge Frau mit langem schwarzen Haar, sonnengebräunter Haut und glänzenden, schokoladenbraunen Augen. Ich stand nackt vor dem Spiegel, betrachtete meinen Körper und konnte nur wenige Makel feststellen. Gut, meine rechte Brust war etwas größer als die linke und ich hatte zwischen den Schneidezähnen eine kleine Lücke, aber waren es nicht die kleinen Makel, die die Einzigartigkeit der Menschen ausmachten? Ich hatte samtige Haut in einem tiefen Sonnenbraun, meine Beine waren lang und vollkommen geformt, ich hatte einen flachen Bauch und kleine, aber perfekt gerundete und straffe Brüste mit rosigen Brustwarzen.
Während ich so vor dem Spiegel stand, hörte ich hinter mir, in meinem Mahagoni-Himmel-Bett eine Art animalisches Grunzen. Ich drehte mich um und sah ihn sich im Bett herumwälzen. Abscheu stieg in mir auf. <Und mit ihm habe ich die Nacht verbracht?> fragte ich mich. Scheinbar ja, sonst würde er sich nicht in meinem Bett herumfläzen. Ich überlegte und wickelte mir dabei eine Strähne ebenholzfarbenen Haares um den Finger, als er blinzelte und schließlich die Augen öffnete. Er sah mich und ein Lächeln strich über sein Gesicht. <Also habe ich doch nicht geträumt, dass ich die schönste Frau der Party nach Hause gebracht habe> sagte er grinsend und streckte die Arme nach mir aus. Genau diese Vertrautheit war es, die ich fürchtete. <Nein, du hast nicht geträumt, aber du kannst nicht lange bleiben, ich habe zu arbeiten.> sagte ich mit einem neckischen Augenaufschlag und wiegenden Hüften. <Ach Pustekuchen, soviel kannst gar nicht zu tun haben, dass du nicht noch eine halbe Stunde Zeit hättest, um mir Frühstück anzubieten.> Ich ging auf sein Spiel ein. <Was möchtest du denn frühstücken?> fragte ich und trat einen Schritt vom Bett weg, wandte mich scheinbar zur Küche. <Am liebsten... Dich.> Ich tat, als überlegte ich einen Moment. <Na gut, aber dann muss ich wirklich arbeiten.> Ich stellte mich direkt vor sein Gesicht, meine Scham war mit seiner Zunge auf einer Höhe. Er stöhnte leicht auf .<Aber erst musst du mich kriegen> sagte ich und drehte mich um, um ins Bad zu gehen. Ich hörte wie er aufsprang und mir hinter her ging. Ich gab vor, ihn nicht zu bemerken und drehte das heiße Wasser in der Dusche an. Nackt stellte er sich hinter mich und griff nach meinen Brüsten. <So einfach mache ich es dir nicht> lachte ich und drehte mich weg. Er machte einen Schritt zur Seite und hielt mich am Handgelenk fest. <Versuch doch, mir zu entkommen> flüsterte er rauh. Ich wehrte mich spielerisch, und er drängte mich schließlich in die Duschwanne und gegen die Wand. <Jetzt gehörst du mir> flüsterte er, als er meine Handgelenke mit seinen Händen umfasst und nach oben an die Wand drückte. Er wollte in mich eindringen und hielt inne.. <Ich will, dass du mich ebenso verlangst wie ich dich. Ich will, dass du mich anflehst, dich zu vögeln.> Er senkte seinen Mund über meine Brustwarzen und saugte daran. Abwechselnd strich er mit der Zunge leicht darüber und saugte an ihnen, schließlich knabberte er leicht daran. Mir wurde langsam heiß. Noch nie hatte ich einen Liebhaber gehabt, der auf meinem Körper spielen konnte wie ein Pianist auf einem Konzertflügel. Den Rest meines Körpers ignorierte er völlig, bis auf meine Arme, die er immer noch an die kalte Wand drückte. Das heiße Wasser prasselte die ganze Zeit auf uns hinunter und hatte das Badezimmer bereits in einen Dunstschleier gehüllt. Seine Erektion rieb an meinem Oberschenkel und ich hatte das unbändige Verlangen, ihn in den Mund zu nehmen, hatte aber keine Möglichkeit dazu, da er mich immer noch an die Badezimmerwand drückte. Plötzlich ließ er meine Handgelenke los, warf mich über seine Schulter und trug mich in die Küche, wo er einen kurzen Zwischenstopp am Kühlschrank einlegte und eine Dose Sprühsahne herausnahm um mich dann weiter in’s Schlafzimmer zu tragen. Er legte mich aber nicht auf mein Bett, sondern auf den kalten Fliesenboden, was mich zu einem leisen Schrei verursachte. <Dir wird schon noch warm werden> sagte er und begann, die Sahne auf meinem Körper zu verteilen. Er sprühte um meine Brüste herum je einen Kreis und auf meine Brustwarzen machte er je einen Tupfer Sahne, die er dann genüsslich abzuschlecken begann. Er besprühte mein Schlüsselbein, meine Schultern, die Kuhle am Hals und meinen Bauch mit Sahne, malte Muster und schleckte sie ab, wobei er jeden Zentimeter meines Oberkörpers ableckte, daran saugte und mich schier in den Wahnsinn damit trieb. Ich war erregt und wollte, dass er sich um meine Klitoris kümmerte, doch er schien noch nicht einmal daran zu denken. Er drehte mich um und begann, meinen Rücken durchzukneten, meinen Hintern zu verwöhnen und mich schließlich, als ich schon kurz davor war, ihn anzuflehen, wieder herum drehte und meine Beine weit auseinander drückte, um dann sein Gesicht in meinem Schoß zu versenken. <Du riechst so gut> murmelte er und wieder spürte ich seine Erektion an mir reiben, er drang jedoch noch nicht in mich ein, sondern begann, meinen Kitzler mit seiner Zunge zu bearbeiten. Er suckelt, saugte und leckte und brachte mich dem Orgasmus jedesmal ganz nahe, nur um dann wieder weg zu schweben und sich wieder näher an mein Zentrum der Lust hinzuarbeiten. Ich stöhnte auf <Bitte...bitte nimm mich jetzt>. Er murmelte nur <Noch nicht> und fuhr fort, mich zu quälen. Ich wand mich und presste ihm mein Becken entgegen und schließlich schob er seinen Arm unter mich, drehte mich herum und nahm mich von hinten. Erst schob er sich nur ein ganz kleines Stück in mich hinein, um ihn sofort wieder herauszuziehen, dann ein bisschen weiter und ich kam schon jetzt fast- Als er mich dann endlich ganz ausfüllte, erlebte ich eine Orgasmus, den ich so stark noch nie erlebt hatte. Ich zitterte und bebte unkontrolliert und als ich spürte, wie er zum Orgasmus kam, kam es mir noch einmal und wir brachen erschöpft übereinander zusammen, ich blieb auf den Fliesen liegen und merkte nicht, wie kalt sie mir vorhin noch erschienen waren. Als ich die Augen das nächste Mal öffnete, lag er neben mir und nichts an ihm erinnerte mich daran, dass ich ihn noch vor nicht allzu langer zeit abstoßend und widerwärtig gefunden hatte. Viel mehr wirkte er sehr maskulin mit seinem kantigen Gesicht und den blonden Bartstoppeln. Die verwuschelten, etwas zu lange Haare gaben ihm etwas kindliches und wie er so dalag, wirkte er so unschuldig, dass ich es nicht über’s Herz brachte, einfach wegzugehen. Ich kuschelte mich an ihn und schloss wieder die Augen.

4.1.07 23:37, kommentieren

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Und wieder einmal saß sie am Fenster und schaute mit leeren Augen ins Nichts. Man sah ihr nicht an, ob sie etwas sah oder nicht, aber man konnte förmlich sehen, wie sie alle Geräusche, Gerüche, das Leben auf der Straße in sich einsaugte, sich ein Urteil –oder auch kein Urteil, wer weiß das schon- darüber machte und in ihrem Gedächtnis ablegte, um sie jederzeit wieder hervorholen und erneut erleben zu können. Ihr Kopf mußte so aussehen wie eine ordentlich aufgeräumte und gut gefüllte Vorratskammer: Marmeladengläser, ordentlich verschlossen mit roten Gummilitzen, in denen Geräusche und Gerüche, eben Erinnerungen, säuberlich katalogisiert, analysiert und regelmäßig abgestaubt wurden. Das Gedächtnis der Menschen ist ein komisches Ding: Überall Erinnerungen, die meist in den unpassendsten Momenten wieder auf einen einstürzen, Sodas man manchmal am liebsten lachen würde, während man eigentlich weinen will.
Nicht so bei ihr. In ihrem Kopf ging alles seine geordneten Wege, sie konnte jederzeit die gewünschte Erinnerung abrufen und wußte genau, was sie dabei empfunden hatte, auch konnte sie sich problemlos wieder in ihre Gefühle hineinversetzen, was ihr stets die richtigen Reaktionen auf überraschende Neuigkeiten ermöglichte. Diese außerordentlich Fähigkeit machte sie zu einer der besten Schauspielerinnen, die je auf der Erde wandelten. Jedoch verspürte sie keinerlei Ambitionen, diese schauspielerische Fähigkeit zu nutzen, böse Zungen behaupteten, sie verschwende ihr Talent an ein Leben, das ihrer nicht würdig sei. Doch sie hatte tatsächlich noch nie in ihrem ganzen Leben das Bedürfnis verspürt, auf einer Bühne zu stehen und sich vor wer weiß wie vielen Menschen zu präsentieren. Sie war nie ein ‚Mittelpunktskind‘ gewesen, sondern immer mehr diejenige, die im Hintergrund blieb, beobachtete, analysierte und ihre Schlüsse zog, um im richtigen Moment einzugreifen. Sie wurde stets als ausgeglichen, ruhig und berechnend, aber nicht hinterlistig bezeichnet. Ihr analytisches Verständnis setzte sie ein, um ihre Ziele zu erreichen, jedoch machte sie sich nie die Nachteile Schwächerer zunutze. Auch Fairneß war eine ihrer Charakterstärken.
Sie war auch keineswegs häßlich, zwar nicht die klassische Schönheit, aber durchaus hübsch anzusehen, sie war nicht dick, nicht dünn, nicht groß, nicht klein, eher eine unauffällige Person, aber auf keinen Fall häßlich zu nennen. Sie hatte rotblondes, langes Haar, das sie meistens offen trug, helle Haut und Tausende von Sommersprossen, die typische Irin eben. Bei all diesen Vorzügen war es ein steter Quell der Verwunderung, dass niemand sie je beneidete. Niemand wollte jemals so sein wie sie, obwohl sie stets die Klassenbeste sowie beliebteste Schülerin war. Jedes Jahr wurde sie erneut zur Klassensprecherin gewählt und mit ihrer klaren, melodischen Stimme und ihren zurückhaltenden, aber dennoch lebhaften Gesten sprach sie immer für die ganze Klasse, später für den Jahrgang, die Schule.
Worin also lag der Grund dafür, dass sie nie beneidet wurde, aber auch nie von Jungen begehrt wurde?
War es, weil sie einfach zu respekteinflößend war in ihrer stillen Größe?
Weil sie sich nicht für Jungs interessierte?
Wegen ihrer Distanz zu ihren Mitmenschen?
Oder lag ihr Fehler schlicht und einfach darin, dass sie blind war?

14.1.07 21:11, kommentieren